Zufriedenheit trotz trübem Wetter: "Halbzeit-Bilanz" 2016

Helmut Dölle, Hans-Christian Wagner

Das Werbeteam Fürther Kirchweih, bestehend aus Michael Drliczek, Hannes Grauberger, Helmut Dölle sowie Joachim, Marco und Patrick Ulrich, hatte heuer nach der ersten Kirchweih-Hälfte erstmals zum Medien-Dialog in der neuen Stadtbücherei eingeladen. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei durch Hans-Christian Wagner - seit 2016 Projektleiter für PR und Marketing im Auftrag des Werbeteams. Auch Verantwortliche der Stadt und der Polizei waren gekommen, um über den bisherigen Verlauf der Kirchweih 2016 zu berichten.

Die Mitglieder des Werbeteams sind sich einig: Bei dem in den letzten Tagen eher ungemütlichen Herbstwetter wäre in anderen Städten kaum jemand auf ein Volksfest gegangen.

Anders in Fürth: Zwar wurden heuer bisher keine Besucherrekorde gebrochen, aber - auch Kirchweih- und Wirtschaftsreferent Horst Müller pflichtete dem bei - darauf käme es auch nicht vorrangig an. Wichtig sei die positive, familiäre Atmosphäre und die gute Laune der Kärwa-Gänger - und die hätten sie ganz offensichtlich auch ohne dauernden Sonnenschein.

Peter Messing

Auch Peter Messing, Leiter der Polizeidienststelle Fürth, ist mit der ersten Kirchweih-Hälfte weitgehend zufrieden. Im Vergleich zu anderen Volksfesten verzeichne man auch heuer wieder eine bemerkenswert geringe Anzahl von Straftaten - abgesehen von einigen durch Jugendliche und Fußballfans ausgelösten Vorfällen am vergangenen Samstagabend, die den Polizeichef wirklich ärgern und laut seiner Aussage "die Statistik etwas verhageln". Am liebsten sei ihm ja, wenn garnichts passiere, aber "wo viele Menschen auf einem Haufen sind, kann es eben leider zu Konflikten kommen". Ganz ausschließen könne man dies wohl nie.

Michael Drliczek, Betreiber des Riesenrades

Die Schausteller berichten über einige gelungene soziale Aktionen auf der Kirchweih: Dölle's "Altes Brathaus" hatte rund 80 Ehrenamtliche des Freiwilligenzentrums Fürth zum Mittagessen eingeladen (siehe auch Video) und das Kinderheim St. Michael durfte einen Kärwabummel zum Nulltarif machen. Besonders freue man sich auch über den Besuch der "Kiltrunners" - einer außergewöhnlichen Laufgruppe, die sich unter dem Motto "Laufend gutes tun" für wohltätige Zwecke engagiert. Ihre Mitglieder waren an einem Tag mit Rollstuhlfahrern auf der Kirchweih unterwegs. Auch beim Kärwa-Lauf am "Bauernsonntag" wird die nicht unbedingt schnelle, aber lustige Truppe mit ihren weiß-grünen Schottenröcken wieder ein optisches Highlight sein.

Prof. Dr. Alfred Klepsch

Für die Zukunft hat das Werbeteam einiges vor. Die Präsenz der Fürther Kirchweih in den Neuen Medien ist jetzt schon sehr stark und soll weiter ausgebaut werden. Aber Bodenständiges ist ebenfalls in Planung - man tüftelt an einer Art "Kärwa-Lexikon", und auch dafür hat man einen Experten mit ins Boot geholt. Prof. Dr. Alfred Klepsch von der Universität Erlangen ist Dialektforscher und soll bei der Zusammenstellung des Glossars behilflich sein. Die Frage nach der richtigen fränkischen Schreibweise von "Fürth"  will er nicht ganz eindeutig beantworten. Er bevorzuge "Fädd", so Dr. Klepsch, "Färdd" mit R zuzüglich Doppel-D gehe "eigentlich garnicht". Wir dürfen gespannt sein, was sich durchsetzt.