Vegetarisch / Vegan auf der Kärwa

Stand 02.10.2016

Da sowohl die Redaktion dieser Website, als auch die Schaustellerverbände in letzter Zeit vermehrt Nachfragen nach vegetarischen und veganen Speisen auf der Fürther Kirchweih erhalten haben, haben wir dazu - wie angekündigt - eine Test-Runde gedreht.

Um es vorweg zu sagen: Vegetarier können auf der "Kärwa" aus einem breiten Angebot passender Leckereien auswählen. Wer sich vegan, also rein pflanzlich ernähren möchte, muss etwas länger suchen, da viele Rezepturen zwar kein Fleisch, aber Eier und / oder Milchprodukte enthalten. Hungrig heimgehen müssen die Veganer trotzdem nicht. Wir durften so viel probieren, dass wir die Tour zunächst gar nicht ganz geschafft haben und diesen Bericht nach einer zweiten Runde ergänzen werden.

Veganer können beispielsweise überall dort zuschlagen, wo Champignons in der Pfanne brutzeln - etwa bei der Schlemmerküche Münch (Rud.-Breitscheid-Str. / Parkplatz Kl. Freiheit) oder Firma Wentzl (Königstr. 97). Die Familie Münch hat zwei vegane Soßen zu den Champignons auf der Speisekarte. Die Wentzls fügen ihrem Standard-Rezept zwar einen Schuss Sahne bei, bereiten auf Anfrage aber gerne ein Extra-Pfännchen für Veganer zu. Nachfragen lohnt sich also.

Leo's Pommes (Rud.-Breitscheid-Str. 23) bietet fünf vegane Soßen an, die Pommes werden aus frischen Kartoffeln geschnitten und in Pflanzenöl frittiert.

Als leichter veganer Zwischengang eignen sich etwa eingelegte Gurken von Denny Morawski alias "Gurken-Heini" (Königstr. 115), der viele verschiedene Marinaden im Angebot hat, oder Thorsten Niebuhr (Nürnberger Str. / Stadtpark). Maiskolben finden sich nicht nur bei "Mais Man" an der Fürther Freiheit oder vor dem Hallplatz in der Königstraße, sondern häufig auch an Grillhütten, bei denen man auf den ersten Blick nur Steaks und Bratwürste entdeckt. Genaues Hinschauen lohnt sich also auch. Veganer müssen dann allerdings das fleißige Gastro-Personal etwas bremsen, damit der Mais nicht in Butter getaucht wird. Als Würze dazu gibt's in der Regel Sellerie- oder Knoblauchsalz.

Sämtliche Crepes und Galettes, wie etwa bei Gerlinde Huber an der Ecke Breitscheid-/Gustav-Schickedanz-Straße, sind meist in vielen vegetarischen Varianten erhältlich - aber nicht vegan, da der Teig Eier und Milch enthält. "Moulin Rouge" Crepes gegenüber vom Stadttheater hat als einziger Crepestand einen veganen Teig auf der Speisekarte stehen - der war aber gerade leider nicht verfügbar, als wir nachfragten. Vielleicht beim nächsten Mal.

Wer als Veganer eine Portion Proteine will, ist bei Alexandra Krems' Hot Dogs in der Königstraße 121 an der richtigen Adresse, denn sie bietet den Street-Food-Klassiker auch mit Tofuwürstchen an. Das Brötchen dazu muss man allerdings momentan selbst mitbringen: Die Chefin bedauert, dass die fluffigen original amerikanischen "Rolls" nicht in veganer Version geliefert wurden.

Vegetarisch, aber nicht vegan sind auch Baggers und Flammkuchen (Nicole Grauberger, Friedrichstr.) sowie die zahlreichen Variationen von Pizza (z.B. Fa. Mendola, Königstr. 125), überbackenen Knoblauchbroten (z.B. "Armer Ulrich", Königstr. gegenüber vom Helmplatz, "Krug's Heiße Snacks", Kirchenstr. /Ecke Nürnberger Str.), "Fleckerl" (= Sauerteigfladen mit Belag), Spätzle (Königstr. 134), Langos (mehrere Stände in der Königstr.), und warme Brezen (z.B. Fam. Hartnagel, Königstr. 116). Auf allen angebotenen Zwiebelkuchen haben wir Speckwürfel gefunden.

Dölle's Altes Brathaus an der Fürther Freiheit, wo man auch gemütlich sitzen kann, hat Ofenkartoffeln mit Krautsalat gefüllt und einen Salatteller (beides vegetarisch) auf der ansonsten eher fleischeslustigen Speisekarte.

Auch das Südtiroler Bergdorf, an der Kleinen Freiheit gelegen und ebenfalls mit vielen Sitzplätzen ausgestattet, bietet einige vegetarische Gerichte an; sie enthalten Käse und / oder Sahne. Der Salatteller dürfte sich leicht "veganisieren" lassen, wenn man ihn ohne Parmesan bestellt.

Helmut Dinkels Frankendorf (Königstr. beim Jüdischen Museum) hat diverse Radieschen-, Schnittlauch- und Tomatenbrote aufgelegt; auf Anfrage werden die auch frisch ohne Butter zubereitet. "Wie der Kunde will", so die Mitarbeiterin.

Planet Hollywok (Königstraße 123) und einige andere Betriebe, bei denen Vegetarier zwar fündig werden, Veganer jedoch (noch) leer ausgehen, denken laut Auskunft über ein Angebot veganer Spezialitäten im nächsten Jahr nach.

Beim süßen Nachtisch sind die Veganer schon jetzt gut bedient: Laut Auskunft von Peter Urban ("Süßwaren-Hüsli", Königsplatz) haben tierische Produkte in keiner Form von gebrannten Nüssen und Mandeln irgend etwas verloren. Dafür werden grundsätzlich nur die Nüsse, Zucker und Gewürze benötigt; auch Butter oder sonstiges Fett wird nicht eingesetzt. Die Auswahl auf der Kirchweih ist riesig - von Mandeln über Sonnenblumen- und Kürbiskerne bis zu Macadamia-Nüssen.

Fruchtspieße (z.B. Fa. Späth, Königstr. 94, Hawaii-Früchte, Königstr. vor NH-Hotel, Fa. Harich & Schneller, Rud.-Breitscheid-Str. / Kleine Freiheit) gibt's in aller Regel auch mit einem milchfreien, dunklen Schokoladenüberzug - Veganern empfehlen wir, nachzufragen.

In punkto Gebäck können Veganer zum Beispiel bei Churros ("Gourmet-Schlösschen", Königstr. 106) zugreifen - sowohl Teig als auch Frittieröl für die aus Spanien stammende Kalorienbombe sind vegan. Dampfnudeln, Apfelküchle, Feuerspatzen, Donuts & Co. (z. B. bei Patisserie, Königstr. 134) enthalten hingegen Milch und / oder Ei. Veganes Eis haben wir bisher auch nicht gefunden, und auch die übliche Rezeptur von Schaumküssen basiert auf Hühnereiweiß.

Durstig geworden? Für ein tierleidfreies "Prosit" ist Bier der heimischen Brauereien auf jeden Fall bestens geeignet, denn bei seiner Herstellung sind tierische Produkte schon von Gesetzes wegen tabu. Bei Wein oder Apfelsaft hingegen heißt es aufpassen, denn der ist, streng genommen, oft nicht mal vegetarisch: Für die Klärung von Trübungen wird in der industriellen Herstellung häufig Gelatine oder ein aus Fisch hergestellter Hilfsstoff verwendet - bei dem Gedanken rümpft sogar mancher Fleischfan die Nase. Einige Bio-Winzer kommen ohne solche Mittelchen aus.

Fränkische Obstbrände können ebenfalls als vegan gelten - außer, in der Williamsbirne war der Wurm drin.

Update und Fortsetzung, 02.10. abends

"Pas de repas végétaliens" heißt es am Limoges-Stand in der Gustav-Schickedanz-Straße: Nix Veganes aus der französischen Partnerstadt. Vegetarier könnten mit dem Käseteller glücklich werden, aber die täglich wechselnden Hauptgänge sind Fleischgerichte.

Bei der Vertretung der griechischen Partnerstadt Xylokastro in der Moststraße gibt es  keine Gastronomie; dafür kann man hier naturreines Olivenöl zum Mitnehmen kaufen.

Für die vegane oder vegetarische Küche zu Hause hat die Michaelis-Kirchweih ohnehin einiges zu bieten - an dieser Stelle dürfen die mitlesenden "Alles-Esser" gerne an den nächsten Geburtstag ihrer fleischfrei lebenden Freunde denken: An den diversen Kräuter- und Gewürzständen (z.B. Ehenbachtaler Spezialitäten, Moststr., Ritz-Gewürze, Hallplatz) kann man sich mit allen Zutaten eindecken, die den Geschmack verfeinern. Firma WELA (Königsplatz) hat unter anderem auch vegane Suppen und Bratensoßen im Angebot.

Und auch interessante "Hardware" gibt es: Wer seine Gurken und Möhren in eine aparte Form bringen will, kann das zum Beispiel mit Gemüsehobeln in verschiedensten Formen tun (erhältlich z.B. in der Moststraße und Nürnberger Straße). Das Auge isst schließlich immer mit. Für viele pflanzliche Gerichte ist außerdem eine gute Pfanne Voraussetzung (z.B. von Gerti Gundel, Mostraße).

Wir wünschen Guten Appetit!