Besuch in Störzers Backstube

"Mandelmutzen, Krepelchen, katholische Küchle, Strizele" - die Schilder mit den exotisch anmutenden Warenbezeichnungen in Familie Störzers Backwarenstand machen neugierig. Dass es sich dabei um gehaltvolles Schmalzgebäck handelt, verrät schon der süße Duft, der von der Backstube aus durch die Gustav-Schickedanz-Straße zieht. Wir haben nachgefragt, was es mit den köstlichen Kalorienbomben auf sich hat.

"Die katholischen Kärwa-Küchle sind die runden mit der flachen Mitte, die evangelischen die in Kissenform", erklärt Marlene Störzer. Und warum? "Das ist schon eine sehr alte Bezeichnung, die kommt daher, dass die Katholiken beim Beten knien und davon - angeblich - runde Knie haben, über die der Küchleteig vor dem Ausbacken gezogen wird!" Wir haben nun keine Massen von Kirchweihbesuchern nach ihrer Konfession gefragt und die Form der Knie überprüft... aber das Gebäck schmeckt köstlich.

Ebenso wie die "Strizele" , die mitsamt ihrem Namen eine Eigenkreation der Chefin sind. Von der Form her eine Art süße Pommes - der Teig ist ähnlich wie bei den klassischen Krapfen oder Berlinern, aber ohne Füllung. Ähnlich wie die "Krepelchen", die aus Sachsen stammen - dort auch als "Kräppelchen" bezeichnet, wohl eine dialektale Abwandlung von "kleiner Krapfen".

Störzers Backstube hat sich auf traditionelle regionale Gebäcke spezialisiert - es gibt auch noch "Mandelmutzen", etwas kompakter und natürlich mit Mandeln im Teig, und die Rothenburger Schneeballen bzw. "Urrädla". Wer das alles nacheinander probiert, dürfte für einen langen Spaziergang über die Kirchweih ausreichend Energie bekommen haben.