Verdiente Ehre und positive Kärwa-Bilanz

Schon einen Tag vor dem Ende der Kärwa trafen sich Vorstandsmitglieder des Bayerischen Landesverbandes der Marktkaufleute und der Schausteller in Trixi's Ochsenbraterei zusammen mit Verantwortlichen der Stadt zu ihrem traditionellen Frühschoppen, um für 2019 eine vorläufige Bilanz zu ziehen und langjährige verdiente Mitglieder zu ehren. Das waren heuer Evi Melchior, die seit 50 Jahren auf der Fürther Kirchweih aktiv ist, sowie Marco Giovannini (2. v.l.) und Alexander Heimerl (3. v.l.) mit 25 beziehungsweise 30 Kärwa-Dienstjahren.

Stellvertretend für die Schausteller begrüßte Eduard Wentzl die Gäste, zu denen neben  Abgeordneten mehrerer Stadtratsfraktionen und Verantwortlichen des Marktamtes auch Pfarrerin Dr. Stephanie Schardien von der Gemeinde St. Michael gehörte. Ihre Ansprache bei der Eröffnungsfeier hatte für große Begeisterung gesorgt.

Trotz dem durchwachsenen Wetter und den Einschränkungen durch einige Baumaßnahmen bescheinigt Wentzl der Kirchweih 2019 einen positiven und erfolgreichen Verlauf. Gerade die Besucherzahlen an den Wochenenden, sowie am Feiertag, seien überaus zufriedenstellend.

Mit Kirchweih-Referent Horst Müller und Bürgermeister Markus Braun sind sich die Schausteller einig darüber, dass auch ein Volksfest dieser Größe und Berühmtheit ständigen Veränderungen und Weiterentwicklungen ausgesetzt sei. Den Umzug des Wochenmarktes während der Kirchweih begrüßten alle Beteiligten, er sei relativ glatt innerhalb von nur einem Tag vonstatten gegangen. Horst Müller betonte, er werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Fürther Freiheit als "Herz" der Kirchweih und zentraler Platz für weitere Veranstaltungen während des Jahres dauerhaft erhalten bleibt.

Mit einem Sicherheitskonzept, das "dem Besucher möglichst wenig auffällt", habe man in den letzten Jahren eine kritische Aufgabenstellung "mit Augenmaß und Sachverstand" in den Griff bekommen. So wolle man auch an neue Fragen herangehen - die wachsenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Müllvermeidung sei eine davon. Eduard Wentzl betonte, die Schausteller hätten sich schon in den letzten Jahren nach ihren Möglichkeiten darum bemüht, umweltfreundlichere Materialien zu verwenden und Energie beim Betrieb ihrer Geschäfte zu sparen - etwa durch den Einsatz von LEDs für die üppige Beleuchtung.

Sehr angetan von dem hohen Sicherheitsniveau der Michaelis-Kirchweih, beziehungsweise von der niedrigen Kriminalitätsrate während derselbigen, ist auch Fürths "Kirchweihbeamter" Mike Maurer. Er macht seinen Job seit Jahren mit Leidenschaft und hat Angebote anderer Städte abgelehnt, um in Fürth zu bleiben: Erlangen und Nürnberg müssen leider auf ihn verzichten. Die Anzahl der Delikte im Zusammenhang mit der Kirchweih sei im Vergleich zu letztem Jahr noch zurück gegangen - 2018 war zeitweise Falschgeld im Umlauf, die Täter wurden gefasst - und beschränke sich auf einige kleinere Vorfälle.

So wie die geehrten Schausteller sich über ihre Urkunden und Präsente freuten, blickten die Verantwortlichen der Stadt Fürth voll Stolz auf die Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe Deutschlands. Die "Bayern Marketing GmbH" etwa bezeichnet die Fürther Kirchweih als "schönstes Fest in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa". Das gilt offensichtlich auch bei Regenwetter - und wird bei der Innovationsfreude und Kompromissbereitschaft der beteiligten Akteure hoffentlich noch lange so bleiben.