Modellbau-Ausstellung

Mini-Kirchweih am Königsplatz

100 Kirmesbuden und 40 Fahrgeschäfte - damit kann Thorsten Rodriguez Fernández, Herr über ein Mini-Volksfest, fast schon mit der Michaelis-Kirchweih mithalten. Zumindest zahlenmäßig, wenn auch Karussell, Riesenrad, Achterbahn und Schießstand viel kleiner sind und die Besucher in einen Fingerhut passen. Der engagierte Modellbauer initiiert die Ausstellung "Kleine Rummelwelt ganz groß" zusammen mit seinem Kollegen Thomas Peter nun schon zum dritten Mal in Fürth - und ist den Schaustellern, die die Vorbilder der Fahrgeschäfte betreiben, ein willkommener Gast.

Selbst die Miniaturkirchweih braucht ordentlich Platz. Christoph Kälin und Marcel Schuler aus der Schweiz waren letztes Jahr schon mit einem Freefall-Tower angerückt, der gerade noch so ins Zelt passte, und legten heuer mit dem 3,5 m hohen "Maxximum 2" im Maßstab 1:14.5 nach. Das ist eindeutig leichter zu transportieren als das 90 Tonnen schwere Original, die Gondel schleudert aber immer noch 3,5 Meter hoch und das Gerät wiegt immerhin 80 Kilo.

Mit 710 LED-Birnchen haben die Erbauer ihr Werk bestückt - alles Handarbeit, versteht sich. Der Bau bedeutet viele Stunden mühevolle Bastelei, zumal auch mittels elektronischer Steuerung die Bewegung der Gondeln wie im Original nachempfunden wird.

Angesichts dieses Aufwandes hatten wir zwischendurch klammheimlich überlegt, ob Modellbauer eigentlich auch Partnerinnen haben oder aber ihre Freizeit komplett in der Werkstatt verbringen... und wir hatten nicht den Mut, um nachzufragen... Vermutlich ein Vorurteil, denn zumindest der "Lego-Ingenieur" Dominik Werthmann hat seine Freundin mitgebracht. Auch sie hat sichtlich Spaß an dem kompletten Kirchweihgelände, das sich hier um die kleinen bunten Steine dreht.

Schon zum wiederholten Mal dabei und seit 2002 im Modellbau aktiv ist Frank Müller. Er ist in der Nähe eines Volksfestplatzes aufgewachsen und wurde dort quasi mit dem Kärwa-Virus angesteckt. Seinen "Musik-Express" schmückt er gerne mit vielen Figuren und Details aus: Der Mini-Streifenpolizist im Foto war schon - abseits aller Dienstvorschriften - am Schäkern mit einer üppigen Dame, während Frank Müller einen halben Meter weiter noch ein Sanitätsfahrzeug nebst verunglücktem Fahrrad arrangierte. Wir hoffen sehr, dass solche Szenen nur auf der Mini-Kirchweih zu finden sind.