Jubilare bei der Jubel-Kirchweih

Marktkaufleute und Schausteller ehren langjährig Aktive

Beim mittlerweile traditionellen Frühschoppen in der Ochsenbraterei, zu dem der Bayerische Landesverband der Marktkaufleute und Schausteller eingeladen hatte, wurden auch heuer wieder Persönlichkeiten geehrt, die mit ihren Familien und Betrieben schon seit vielen Jahren auf der "Königin der fränkischen Kirchweihen" vertreten sind. Ihre Treue wurden mit einer Urkunde und einem Ehrenkrug belohnt. Aber auch andere Akteure erhielten, in Anwesenheit von viel Prominenz, eine Würdigung ihrer Leistungen.

Seit 70 Jahren ist die Familie von Hanni und Otto Heckel von der Familie Bauer auf der Michaelis-Kirchweih unterwegs - und eben so lange sind sie schon für leckere Bratwürste bekannt. "Die 70 Jahre sieht man Ihnen garnicht an", so die Kommentare - kein Wunder, das Ehepaar ist ja schon die dritte Generation der mobilen Metzger-Dynastie.

Auf 50 Jahre Fürther Kirchweih blickt die Familie Gugel, hier vertreten durch Manfred Gugel, zurück. Sie waren über all die Zeit vorwiegend Fahrgeschäftbetreiber, und haben sich dabei laufend an die technischen Neuerungen angepasst - was das Tempo der Fahrten stetig erhöhte. Angefangen hatte die Geschichte mit einem Pferdekarussell, zwischendurch war das "Halli Galli" angesagt, und mittlerweile gehört die rasante Riesen-Schleuder "Space Party" praktisch schon zum Inventar der Kirchweih.

Ebenfalls 50 Jahre ist Alexander Siljanovics Familie mit von der Partie, auch bei ihnen steht die nächste Generation - hier vertreten durch Sohn Marco - schon in den Startlöchern. Sie haben sich auf Süßes spezialisiert: Mit Türkischem Honig mit und ohne Mandeln, Locum und anderen teils recht bunten Spezialitäten zieht der Stand in der Gustav-Schickedanz-Straße entlang der Adenauer-Anlage die Blicke auf sich.

Auf 35 Jahre Fürther Kirchweih darf Ronald Morawski, Betreiber der "Theaterschänke" in der Königstraße und Initiator vieler Spendenaktionen, stolz sein. Und sicherlich auch auf seinen Sohn Denny, der mit seinen eingelegten Gurken in außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen unter dem Namen "Gurken-Heini" bekannt geworden ist.

Horst Müller, im 22. Jahr Kirchweihreferent, gratulierte den Jubilaren zusammen mit Eduard Wentzl und OB Dr. Thomas Jung.

Zwei wahre Helden der Kirchweih sitzen jedoch die meiste Zeit des Jahres hinter den Kulissen: Marktamtsleiter Andre Hollitzer und Marktmeister Harald Oberndörfer. Beim heutigen Frühschoppen legten Schaustellervertreter, Bürgermeister und Kirchweihreferent Wert darauf, auch diesen beiden für ihren unermüdlichen Einsatz zu danken. Stets seien sie Ansprechpartner für alle organisatorischen Belange rund um die Kirchweih und schafften es, gegensätzliche Interessen unter einen Hut zu bringen. "Wenn jemand bis zum Umfallen arbeitet, dann sind sie das", so Horst Müller.

Die Aufnahme der Kirchweih ins immaterielle Kulturerbe Bayerns, die Verleihung des Heimatpreises und die Medienpräsenz - künftig noch gefördert durch die Bayern Tourismus Marketing GmbH - seien, so Horst Müller, neben dem sommerlichen Wetter "mit Rekordtemperaturen für Oktober" ausschlaggebend dafür, dass wohl auch ein Besucherrekord erreicht werde - auch wenn der garnicht das vorrangige Ziel aller Aktivitäten sei. "Wir wollen nicht den Weg einiger anderer Touristenmagneten gehen, die irgendwann durch übergroßen Zulauf an ihrer eigenen Attraktivität kaputt gegangen sind".

Vielmehr liegt den Verantwortlichen der Stadt Fürth ebenso wie den Schaustellern eine nachhaltige Weiterentwicklung der Kirchweih "mit Augenmaß" am Herzen - man ist stolz darauf, trotz der enorm gestiegenen Besucherzahl (es sind dreimal so viele wie etwa vor 13 Jahren!) eine hohe Sicherheit und einen friedlichen Verlauf des Festes zu haben. Dazu trage, laut Horst Müller, auch das in den letzten Jahren entwickelte und mittlerweile bewährte Sicherheitskonzept bei. Das soll bei der "Ausnahmekirchweih", wie OB Jung die diesjährige Kärwa betitelte, bestimmt nicht die Ausnahme bleiben.