Pressekonferenz zur Michaelis-Kirchweih

am 24.09.2018

Da darf in Fürth auch mal der bayerische Löwe mit am Tisch sitzen, und hinter dieser Urkunde muss man sich keineswegs verstecken: Porzellanfigur und Schriftstück stehen für den Bayerischen Heimatpreis, den die Michaelis-Kirchweih heuer vom bayerischen Finanzministerium verliehen bekommen hatte. OB Dr. Thomas Jung und Wirtschaftsreferent Horst Müller, der nun im 22. Jahr hintereinander auch "Kirchweihreferent" sein darf, zeigen die Insignien der verdienten Ehre sichtlich stolz in die Runde.

Zusammen mit Helmut Dölle vom Süddeutschen Schaustellerverband hatten sie zur Pressekonferenz in die Stadtbücherei im Obergeschoss der Neuen Mitte eingeladen. Mitarbeiter der Stadt und mehrerer für die Kirchweih engagierter Unternehmen wie Infra und VAG, sowie einige Schausteller, gaben einen Ausblick auf die bevorstehende Kirchweih. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Erhebung zur Stadt wird heuer ja 4 Tage länger gefeiert; dies bleibe aber, so OB Jung, "eine absolute Ausnahme". Man sei sich dessen bewusst, dass die Sperrung der Innenstadt eine nicht unerhebliche Belastung für Anwohner, Gewerbetreibende und Lieferanten darstelle, und wolle deren Entgegenkommen nicht über Gebühr ausnutzen.

Gute Zusammenarbeit und Kompromissbereitschaft seitens aller Beteiligten ist für Horst Müller und Helmut Dölle ohnehin die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Kirchweih. Man wolle "Seele und Geist der Kirchweih und damit ein hohes Gut bewahren", so Müller. In den 22 Jahren, in denen er nun als Kirchweihreferent tätig ist, habe sich die Besucherzahl auf das Dreifache erhöht und sei nun Deutschlands größte Straßenkirchweih, trotzdem habe man den einzigartigen Charakter erhalten können - beileibe keine Selbstverständlichkeit.

Auch für Helmut Dölle ist 2018 ein besonderes Jahr: Vor genau 240 Jahren begann seine Familie mit dem Schaustellergeschäft auf Volksfesten. Die Fürther Kirchweih war von Anfang an eines der wichtigsten.

Fürs Stadtjubiläums-Jahr mit der verlängerten Kirchweih erweitern die Schausteller ihr gesamtes Angebot und Programm mit einigen Sonderaktionen und Highlights. Die in Vergessenheit geratene Heiratslotterie, einst ein Höhepunkt der Kärwa, erlebt ein Revival. Das traditionelle "Feierabend-Gwerch" (heuer Do. 04.10.) fällt mit zusätzlich engagierten Künstlern ein wenig größer aus als sonst. Außerdem wird es einen "200 Jahre-Aktionstag" geben, bei dem aus den Erlösen vieler Schaustellerbetriebe Spenden an wohltätige Organisationen gehen, und der abends mit einem "Ballonglühen" von Heißluftballons im Wiesengrund einen stimmungsvollen Ausklang findet.

Die 2017 erstmals veranstaltete Modellbau-Ausstellung ist heuer auch gewachsen und zieht aufs Kirchweihgelände um; einer der Tüftler hat gleich eine Miniaturausgabe von Dölle's "Altem Brathaus" mit zur Pressekonferenz gebracht. Man freut sich auf einen Aussteller aus der Schweiz, der mit dem Nachbau eines "Freefall Tower" das größte Exponat liefert - und einen talentierten Newcomer, der samt seinem Lego-Modell vom Bahnhof abgeholt werden musste: Mit nur 17 Jahren hat er noch keinen Führerschein und ist mit dem Zug aus Bremen angereist.

Spektakulär soll am kommenden Samstag zunächst das Eröffnungsfeuerwerk an der Fürther Freiheit, das vom Dach des Wöhrl-Gebäudes aus gezündet wird, ausfallen. Und auf spektakuläres Wetter hoffen natürlich alle.