Michaelis-Kirchweih ist bayerisches Kulturerbe

Am 3. Juli 2018 wurde die Michaeliskirchweih bei  einem Festakt auf Schloss Schleißheim offiziell in die bayerische Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Neben Moderatorin Traudi Siferlinger überreicht Staatsministerin Prof. Dr. Marion Kiechle dem Wirtschafts- und Kirchweihreferenten der Stadt Fürth, Horst Müller, und Stadtarchivar und Museumsleiter Dr. Martin Schramm die offizielle Urkunde. (Foto: Stadt Fürth)

Bereits im Januar 2018 war die Nachricht vom bayerischen Kultusminister eingetroffen, dass die Michaelis-Kirchweih ins Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werde - für Fürth und seinen OB Dr. Thomas Jung ein erfreulicher Start ins Jubiläumsjahr. Kultusminister Spaenle bezeichnete die "Fürther Kirchweih als besonders bedeutendes Beispiel der Stadtkirchweihen in Franken" und lobte die "große historische Tiefe". Die Aufnahme in das Bayerische Landesverzeichnis sei als "Wertschätzung und Anerkennung für den persönlichen Einsatz im Zusammenhang mit dem Erhalt und der Weitergabe bayerischer Traditionen und Werte" zu verstehen.

Für OB Jung ist "dieser Ritterschlag für die Michaelis-Kirchweih als eine der größten Straßenkirchweihen Europas hochverdient, er wird ihre Strahl- und Integrationskraft weiter erhöhen". Neben dem Festjahr "200 Jahre eigenständig" sei dies nun ein weiterer Anlass, die Kirchweih in diesem Jahr vier Tage länger zu feiern.

Beim immateriellen Kulturerbe geht es ausdrücklich nicht um das materielle Weltkulturerbe, das einen wesentlich größeren Bekanntheitsgrad hat und vor allem Gebäude oder Naturräume beinhaltet. Vielmehr steht hier die Erhaltung und Förderung von überliefertem Wissen und Können, sowie die Bewahrung von sowie Alltagskulturen der ganzen Welt im Fokus. Entscheidend für die Beurteilung sind lebendige Traditionen und Riten, die einer Gemeinschaft ein Gefühl der Identität und der Kontinuität vermitteln, wie beispielsweise Tanz, Feste und herkömmliche Handwerkstechniken.

Alljährlich wird auch in Deutschland nach Traditionen gesucht, die für die Zukunft zu erhalten und zu schützen sind. Der Findungsprozess startet dabei in den Bundesländern. Zunächst wird auf dieser Ebene ausgewählt, was in der jeweiligen Region als kulturell besonders herausragend betrachtet wird. In Bayern gehört beispielsweise das historische Dokumentarspiel „Landshuter Hochzeit 1475“, das Feldgeschworenenwesen und die bayerische Brautradition nach dem Reinheitsgebot zum immateriellen Kulturerbe.
Beim letzten Bewerbungszeitraum war auch die Fürther Michaelis-Kirchweih in den erlauchten Kreis des bayerischen Kulturerbes mit aufgenommen worden; mittlerweile läuft die Bewerbung für eine Aufnahme auf nationaler Ebene.