Für einen guten Zweck auf der Kirchweih: Der United Kiltrunners e.V.

Der United Kiltrunners e.V. macht die Welt ein bisschen besser und zeichnet sich durch Bescheidenheit, den gemeinsamen Spaß und die namensgebenden Schottenröcke aus, die sie auf offiziellen Veranstaltungen tragen. Auf ihrer Internetseite kann man nachlesen, wo die Kiltrunners überall anpacken und wie man sie dabei unterstützen kann.

Was uns besonders interessiert hat, waren die Besuche der Kiltrunners auf der Michaelis-Kirchweih. Jedes Jahr organisieren sie Kirchweihausflüge und holen an mehreren Tagen Senioren aus unterschiedlichen Heimen ab, die es sonst nicht auf die Kirchweih schaffen. Damit sorgen sie dafür, dass die Kirchweih wirklich ein Fest für alle wird. Wir haben uns mit Udo Schick (im Bild rechts) von den Kiltrunners auf ein Bier am Ammerndorfer Stand getroffen.

Hallo Udo! Schön, dass du die Zeit gefunden hast. Dass die Michaelis-Kirchweih eine Kirchweih für jeden ist, macht auch ihr durch euren Einsatz möglich. Was macht ihr denn genau?

Seit mittlerweile drei Jahren holen wir aus verschiedenen Altenheimen Senioren ab und fahren sie mit unseren Rikschas auf die Kirchweih, die einfach viel zu schön ist, um sie zu verpassen. Die Rikschas haben den Vorteil, dass wir gleich mehrere Senioren mitnehmen können und sie sitzen auch gleich bequemer und wärmer als im Rollstuhl. Das ist natürlich nur machbar, weil die Schausteller uns unterstützen. Wir kriegen alles umsonst und zahlen gar nichts. Länger als zwei oder drei Stunden können wir aber auch nicht bleiben. Das wäre für die Senioren zu stressig.

War es denn schwierig, diese Ausflüge gemeinsam mit den Schaustellern zu organisieren?

Überhaupt nicht! Die Petra, bei der wir uns gegründet haben, war sofort Feuer und Flamme. Auch alle anderen waren total hilfsbereit. Das schöne ist immer, dass wir unten anfangen und beim Jürgen („Zum armen Ulrich“) vorbeifahren, der dann Bescheid weiß und die Würstle fertigmacht. Dann geht es weiter zur Lydia Störzer von der Kärwabäckerei („Fränkische Backstube“) für Kaffee und Kuchen. Anschließend fahren wir zur Petra („Ammerndorfer Stand“), wo es Getränke gibt und zum Abschluss bekommen wir richtiges Essen beim Ulrich. Diese Tour mit den drei Ständen ist perfekt.

Was war ausschlaggebend dafür, dass ihr die Kirchweih-Ausflüge ins Leben gerufen habt?

In der Satzung der Kiltrunners steht, dass wir Kindern, Jugendlichen, Senioren und Behinderten helfen wollen. Das machen wir auch. Wie gesagt: wir haben eine wunderschöne Kärwa und die soll keiner verpassen müssen. Wir haben damals noch ohne Rikschas damit angefangen, weil wir es für eine gute Idee hielten, die Leute auf die Kärwa zu bringen, die es alleine nicht schaffen. Und es ist immer noch eine super Sache. Die Kärwa muss für jeden da sein und das wollen wir auch in den kommenden Jahren noch erweitern.

Wie würdest du auch andere Menschen bewegen, etwas Gutes zu tun?

Ich will nicht sagen, dass wir die besseren Menschen sind. Vielleicht haben wir einfach nur ein Helfersyndrom und einen "Batscher". Oder die anderen haben einen Batscher, weil sie daheim hocken, nichts tun und nur maulen. Wenn man nur alles für schlecht befindet, wird sich nichts ändern. Man muss es selber machen. Weder der Staat noch Gott können alles regeln. Es liegt an kleinen Vereinen und einzelnen Menschen. Wenn wir anderen Menschen helfen können und sehen, dass es sie glücklich macht, dann geht es uns auch gut.

Also geht es um das gute Gefühl?

Ja, aber der Witz dabei ist: Wenn du es zwangsweise machst, macht es keinen Spaß mehr. Wir sehen das eher locker und machen es gerne. Wenn wir zusammen etwas unternehmen, macht es einfach Spaß, weil wir auch lauter Verrückte sind!

Wie kann man euch denn unterstützen?

Spenden kann man jederzeit. Man kann auch vorbeikommen, mit uns feiern und eins trinken. Das ist auch schon eine Unterstützung. Wir organisieren auch Veranstaltungen, wie Spielenachmittage im Seniorenheim, wo man einfach vorbeikommen und Spaß haben kann. Ganz zwangslos.

Also kann man auch helfen, indem man einfach seine Zeit verschenkt?

Was kann man besseres machen? Da steckt Liebe und Herz drin. Geld kann zwar unterstützen, verschwindet aber immer irgendwohin. Das Beste ist: einfach machen, Menschen helfen und mit ihnen gemeinsam glücklich sein!


Fotos 2 und 3 in diesem Artikel: United Kiltrunners e.V.
Mehr Info zu den Vereinsaktivitäten siehe
www.united-kiltrunners.de