Erntedankfestzug: Eine Tradition jährt sich

Ein beliebter Bestandteil und Höhepunkt der Michaeliskirchweih ist der Erntedankfestzug. Er findet seit 1954 alljährlich am zweiten Kirchweihsonntag („Bauernsonntag“) statt. Waren es damals noch 26 Wagen mit 785 Teilnehmern, stieg die Zahl der Gespanne im Laufe der Jahrzehnte immer weiter an, um sich heute bei rund 100 Gruppen mit etwa 3.500 Teilnehmern zu stabilisieren. Mit dem Umzug wird an den Fürther Erntedankzug vom 18. Juli 1817 erinnert - man feiert heuer also sozusagen ein 200jähriges Jubiläum, auch wenn immer wieder viele "festzuglose" Jahre dazwischen lagen:

Mit dem Umzug wird an den Fürther Erntedankzug vom 18. Juli 1817 erinnert. Nach dem „Jahr ohne Sommer“ 1816 infolge eines Vulkanausbruchs auf der indonesischen Insel Sumbawa, litten die Menschen in ganz Europa unter den Folgen einer Missernte. Aus Freude über die unerwartet gute Ernte im anschließenden Jahr wurden vieler Orts Dankgottesdienste und Erntedankzüge abgehalten.

Mit der Vielzahl von Umzugswagen, Teilnehmern und über 100.000 Besuchern, die eigens in die Stadt reisen, gilt der Fürther Erntedankzug derzeit als größte Brauchtumsveranstaltung in ganz Nordbayern. Seit 2003 wird die Veranstaltung live im Bayerischen Rundfunk übertragen; am 08.10.2017 läuft die Sendung von 12:00 bis 13:45 Uhr.

Die Brotübergabe

Als Zeichen des Danks wird jedes Jahr ein großer Laib Brot an den Oberbürgermeister übergeben. Um Erntedank und Kirchweih deutlich zu verbinden, überreicht der Oberbürgermeister heuer erstmals den Laib Brot an die Kirchengemeinde St. Michael, die ihn dann in der Michaelis- Kirche auf den Altar legt und damit Gott für das tägliche Brot dankt.