Volare: Ein wunderbares Fluggefühl

Der Wellenflieger hat seit vielen Jahren seinen festen Platz in der Kärwa-Mitte – am Hallplatz, neben der Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“. Hier wird der Traum vom Fliegen und von grenzenloser Leichtigkeit wahr.

Der erste schnelle Blick zeigt am Hallplatz ein altbekanntes Bild – wie immer. Doch der zweite Blick bringt es an den Tag – es ist ein neues Karussell.

Die Fürther Schaustellerfamilie Robert, Sandra und Kai Drliczek haben ihr Kärwa-Sortiment erweitert und in ein Familiengeschäft investiert. Ein Karussell für alle Altersgruppen, für die Oma mit dem Enkel und für frisch Verliebte. Die Fahrt hat sich nicht verändert – es geht weiterhin wellenflugartig durch die Luft. Aber die optische Verpackung ist ganz anders. Neu sind die hellblaue Farbe, der imposante Schriftzug an der Kasse und die große Elfe auf der Karussell-Spitze.

Damit, und mit dem behindertengerechten Auf- und Abgängen statt den Treppen – ist es unvergleichlich und bundesweit einmalig. Die Liebe zu Italien zeigt sich in der Optik und natürlich auch im Namen. „Volare“ bedeutet in der italienischen Sprache „fliegen“. Den Schlager, fast 80 Jahre alt, haben viele bestimmt noch im Ohr. Unter anderen haben es Dean Martin und Luciano Pavaroti gesungen. Bleiben Sie einfach ein paar Minuten stehen – und Sie werden es hören.

Eine alte Aufnahme mit einem Kettenkarussell (undatiert) gibt einen Einblick in die Familienhistorie von Robert Drliczek.

Das Kettenkarussell ist ein Klassiker der Karussell-Geschichte. Die Weiterentwicklung zum Wellenflieger liegt 45 Jahre zurück. Es ist bis heute eine unbeschreibliche Erfolgsgeschichte geworden und die optisch so ansprechende Konstruktion hat sich weltweit rund 200 Mal verkauft – sensationell. Auf jedem großen Festplatz gastiert ein Wellenflieger. Sie finden ihn über die ganze Welt verteilt und in unterschiedlichen Thematisierungen (als Schuh oder als Apfel) auch in nahezu jedem Freizeitpark.

Der Wellenflug „Volare“ besteht aus rund 400 Einzelteilen und wird mit zwei Transportfahrzeugen umgesetzt. Der große Rückfront-Wagen greift die Malerei des Karussells auf und ist der perfekte optische Abschluss. Aus Platzgründen ist er in Fürth nicht zu sehen.

Weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass es ohne einen Fürther Schausteller – Rudolf Krick – den Wellenflieger und diese Erfolgsgeschichte nie gegeben hätte. Krick ließ sich 1969 ein neues Bodenkarussell mit einer wuchtigen, neubarocken Dekoration bauen, vom Nürnberger Maler Fritz Hilbert künstlerisch gestaltet.

Für den Hersteller Zierer gab es damals keine erwarteten Folgeaufträge. Doch der Konstrukteur Franz Schwarzkopf war von der Optik des Karussells beeindruckt und entwickelte aus dem Kettenflieger den innovativen Wellenflug. Kernelement ist der verkleidete Mast, der oben eine Schräge aufweist und damit bei der Fahrt, wenn sich die komplette Dachkonstruktion hebt, die charakteristische taumelnde Wellenbewegung verursacht. Der Mast dreht sich dabei in entgegen gesetzter Richtung zur Dachkonstruktion und bei Dunkelheit entsteht mit moderner LED-Lichttechnik ein beeindruckendes Farbenspiel.

Die Schausteller-Geschichte der Familie Drliczek reicht 185 Jahre zurück. Die Reiseroute lag früher in Bayern, Böhmen, Österreich, Ungarn und den Balkan. Nach dem Krieg begann die Fürther Zeit. Heute betreibt Bruder Michael das Riesenrad auf der Freiheit, Robert mit seiner Familie neben dem neuen Volare-Karussell noch ein Nostalgie-Rad und das Orion III-Riesenrad